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Wenn der Sommer zu viel wird – warum wir uns manchmal gerade dann erschöpft fühlen, wenn eigentlich alles leicht sein sollte

Wir lieben den Sommer. Die Tage werden länger, die Sonne scheint und überall begegnen uns Bilder von Urlaub, Leichtigkeit und Lebensfreude.

Oft entsteht dadurch das Gefühl, dass wir uns jetzt eigentlich gut fühlen müssten. Schließlich verbinden viele Menschen diese Jahreszeit mit Freiheit, Energie und Unbeschwertheit. Umso irritierender kann es sein, wenn sich stattdessen etwas ganz anderes zeigt.

Vielleicht kennst Du das Gefühl, morgens aufzuwachen und gar nicht genau benennen zu können, was los ist. Du bist nicht unbedingt traurig und vielleicht gibt es auch kein konkretes Problem. Und trotzdem fühlst Du Dich erschöpft, innerlich voll oder irgendwie überfordert. Dinge, die sonst leicht von der Hand gehen, kosten plötzlich mehr Energie. Gleichzeitig entsteht Druck, weil Du das Gefühl hast, diese Zeit des Jahres doch eigentlich genießen zu müssen.

In meiner Arbeit als Yoga- und Breathwork-Lehrerin begegnet mir dieses Phänomen immer wieder. Viele Frauen erleben den Sommer nicht nur als Zeit der Leichtigkeit, sondern auch als eine Zeit, in der sie sich nach mehr Ruhe und bewussten Pausen sehnen.

Der Sommer ist oft deutlich ereignisreicher, als wir auf den ersten Blick wahrnehmen. Wir verbringen mehr Zeit mit anderen Menschen, sind häufiger unterwegs, haben mehr soziale Termine und verbringen insgesamt mehr Zeit im Außen. Hinzu kommen Hitze, veränderte Schlafgewohnheiten und der Wunsch, die schönen Tage möglichst intensiv zu genießen.

Auch schöne Erlebnisse brauchen Aufmerksamkeit und Energie. Ein voller Kalender kann sich deshalb manchmal anstrengender anfühlen, als wir erwartet hätten.

Interessanterweise zeigt sich dieses Gefühl nicht immer als offensichtlicher Stress. Manchmal äußert es sich eher als Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder das Bedürfnis, sich zurückzuziehen. Und genau dann glauben wir häufig, wir müssten noch mehr tun, noch produktiver werden oder die Zeit noch besser nutzen.

Vielleicht brauchen wir in solchen Momenten aber gar nicht noch mehr Input. Nicht noch einen Podcast, noch einen Ratgeber oder noch einen weiteren Termin.

Vielleicht brauchen wir etwas viel Einfacheres: kleine Momente, in denen wir wieder bewusst bei uns ankommen.

Für mich beginnt diese Rückverbindung oft über die Sinne.

Wenn mein Kopf laut wird oder ich mich innerlich verliere, hilft es mir selten, noch mehr nachzudenken. Viel hilfreicher ist es, bewusst wahrzunehmen.

Zum Beispiel den Duft eines Räucherwerks. Ich arbeite besonders gerne mit Palo Santo oder Styrax, weil Düfte für viele Menschen eine besondere Atmosphäre schaffen und dabei helfen können, für einen Moment innezuhalten und ihre Aufmerksamkeit wieder auf den gegenwärtigen Moment zu richten.

Ähnlich empfinde ich die Arbeit mit zeremoniellem Kakao.

Viele Menschen interessieren sich zunächst für seine Inhaltsstoffe oder seine traditionelle Bedeutung. Hochwertiger Kakao enthält von Natur aus verschiedene Mineralstoffe und Pflanzenstoffe. Für mich steht jedoch etwas anderes im Vordergrund: das Ritual selbst.

Wenn wir uns Zeit nehmen, den Kakao zuzubereiten, seinen Duft wahrzunehmen und ihn bewusst zu trinken, entsteht oft etwas, das im Alltag leicht verloren geht: Wir werden langsamer. Wir sind für einen Moment nicht schon beim nächsten Termin oder der nächsten Aufgabe. Wir sind einfach da.

Auch Journaling kann ein solcher Moment sein.

Viele Menschen glauben, sie müssten beim Schreiben etwas besonders Kluges oder Tiefgründiges formulieren. Dabei liegt die Schönheit des Journalings oft gerade darin, ungefiltert aufzuschreiben, was gerade da ist. Gedanken, Gefühle, Fragen oder Wünsche bekommen einen Platz auf dem Papier. Dadurch entsteht häufig das Gefühl von mehr Übersicht und innerer Klarheit.

Vielleicht sind es genau diese kleinen Momente, die wir im Sommer besonders brauchen.

Nicht die perfekte Morgenroutine. Nicht die perfekte Selbstfürsorge.

Sondern kleine Inseln der Präsenz zwischen all dem, was gerade passiert.

Aus dieser Überzeugung heraus ist auch mein Retreat „Zurück in Deine Balance“ entstanden.

Nicht, weil wir noch ein weiteres Event brauchen. Sondern weil sich viele Frauen nach einem Ort sehnen, an dem sie für ein paar Tage nichts leisten müssen. Einem Ort, an dem sie nicht funktionieren, organisieren oder für andere da sein müssen. Sondern einfach wieder wahrnehmen dürfen, wie es ihnen gerade geht.

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer großen Entscheidung.

Manchmal beginnt sie mit einer Tasse Kakao auf dem Balkon. Mit dem Duft von Styrax in einem ruhigen Raum. Mit einer ehrlichen Seite im Journal. Mit einem tiefen Atemzug. Und mit der Erinnerung daran, dass Du nicht ständig produktiv sein musst, um Dir Zeit für Dich selbst nehmen zu dürfen.

Und vielleicht reicht genau das für heute.

Du mit Dir. 🤍

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